Wie negative Zyklus-Glaubenssätze deinen Selbstwert sabotieren

FemHealth Gast Blog verfasst von: Martina Klouda-Lacina. https://www.frauenstaerken.net

Wir laden Gastblogger ein, ihre Erfahrungen, ihr Fachwissen und ihr Wissen zu teilen. Sie sind selbst für ihre Inhalte und Urheberrechte verantwortlich.

Dass viele Frauen täglich gegen sich selbst kämpfen, ohne es zu wissen, ist nicht verwunderlich. Frauen brennen aus, wenn sie von sich erwarten, immer gleich zu funktionieren. Denn: Frauenkörper sind von Natur aus zyklisch. Arbeiten wir gegen unsere Biologie, arbeiten wir gegen uns selbst.

Und dann beginnt die Abwärtsspirale. „Ich bin nicht produktiv genug.“
„Ich bin nicht diszipliniert genug.“ „Warum kann ich nicht immer gleich performen?“

Was dahintersteckt: Glaubenssätze, die den weiblichen Zyklus schon über viele Jahrhunderte stigmatisieren. Dabei ist er eine der größten Kräfte, die Frauen haben. Unser Zyklus schenkt Leben.

Viele Frauen, die zu mir ins Coaching kommen, sagen irgendwann denselben Satz:

„Ich funktioniere. Aber ich spüre mich kaum noch."

Dahinter verbirgt sich sehr oft die Erwartung an sich selbst, jeden Tag gleich funktionieren zu müssen. Was sie dabei vergessen: Dafür sind weibliche Körper nicht geschaffen. Weibliche Körper folgen ihrem Zyklus.

Frauen sind zyklisch. Nicht launisch.

Weibliche Körper folgen ihrem Zyklus.

DIE WEIBLICHE BIOLOGIE SCHENKT LEBEN — WARUM DAGEGEN KÄMPFEN?

Dass im weiblichen Körper neues Leben heranwächst, ist nichts Neues. Die Wertschätzung dafür fehlt noch. Wäre es anders, würden nicht so viele Frauen darunter leiden, dass sie nicht immer gleich funktionieren.

Dabei finden wir das Zyklische überall in der Natur. In kleinen und großen Zyklen. Es gibt sogar eine direkte Parallele zum weiblichen Zyklus: der Jahreszeitenzyklus.

  • Der Winter steht für die Menstruation. Die Energie kehrt sich nach innen. Es ist Zeit für Rückzug.

  • Der Frühling steht für die Prä-Ovulation. Die Energie baut sich wieder auf. Es ist Zeit für Aufbruch.

  • Der Sommer steht für die Ovulation. Die Energie blüht auf. Es ist Zeit, sich zu zeigen.

  • Der Herbst steht für das Prämenstruum. Die Energie zieht sich zurück. Es ist Zeit, Nein zu sagen.

Die Hormone Östrogen, Progesteron, LH und FSH steuern nicht nur die Fruchtbarkeit — sie beeinflussen Energie, Konzentration, Kommunikationsfähigkeit, Schlafbedarf und emotionale Verarbeitung.

Diese Zusammenhänge sind vielen Frauen noch nicht bewusst. Warum? Weil wir in einer männlich getakteten Gesellschaft aufgewachsen sind. Androzentrismus nennt man das — die unsichtbare Norm, die die männliche Sicht auf die Welt als Standard setzt. Für alle.

WARUM FRAUEN IHREN ZYKLUS VERLEUGNEN — GLAUBENSSÄTZE ALS UNSICHTBARE STEUERUNG

In meiner Arbeit als psychologische Beraterin geht es immer auch um die Transformation von blockierenden Glaubenssätzen.

Überzeugungen entwickeln sich schon in der frühen Kindheit. Durch Erziehung, Schule, Gesellschaft. Durch das, was wir als kleine Mädchen gelernt haben, was eine „gute" Frau ist.

Freundlich und kooperativ sein.
Nicht auffallen.
Verantwortung tragen.

Viele Frauen tragen Sätze wie diese mit sich:

  • Die anderen sind wichtig. Ich komme erst danach.

  • Mein Körper ist so falsch, wie er ist.

Solche inneren Sätze steuern unser Verhalten — oft jahrzehntelang.

Woher kommen negative Glaubenssätze zum zyklisch weiblichen Körper?

Diese Glaubenssätze kommen nicht aus dem Nichts. Sie haben Wurzeln — tief in Geschichte und Religion.

In vielen Religionen gelten Frauen während der Menstruation als unrein. Als nicht berührbar. Als getrennt vom Heiligen. Auch nach der Geburt — ausgerechnet nach dem größten Schöpfungsakt, den ein menschlicher Körper vollbringen kann.

Diese Botschaft hat sich über Jahrhunderte eingeschrieben. Als Gefühl. Als leises, tiefes Wissen: Mein Körper ist falsch, wenn er blutet. Mein Körper ist falsch, wenn er schwächer wird. Mein Körper ist falsch, wie er ist.

Kein Wunder, dass so viele Frauen ihren Zyklus ablehnen.

WAS DAS MIT DEM WEIBLICHEN  SELBSTWERT MACHT

Und das hinterlässt Spuren. Tief im Selbstwert.

In den sensiblen Phasen vor und während der Menstruation ist es besonders spürbar. Aber es bleibt diffus und schwer zuzuordnen. Sind wir langsamer, stiller oder weniger produktiv, fühlen wir uns schlecht. Oft genügen wir unseren eigenen Ansprüchen nicht.

Frauen mit einem stabilen Selbstwert können in diesen Phasen sagen:
 „Das gehört zu mir." „Pausen stehen mir zu." „Ich bin gut, so wie ich bin."
 Und sogar der innere Kritiker verliert seine Macht.

Frauen, die gelernt haben, ihren Zyklus zu bekämpfen, sagen in diesen Phasen eher:
 „Ich bin zu wenig." „Ich kann das nicht." „Ich fühle mich falsch."

Das ist ein strukturelles Problem. Weit mehr als ein Problem einzelner Frauen.

WAS MÖGLICH WIRD, WENN FRAUEN IHREN RHYTHMUS KENNEN

Wenn Frauen begreifen, dass ihr Körper ein Wunderwerk der Natur ist, wächst ihr Selbstwert — wie von selbst. Sie versöhnen sich mit ihrem Frausein und steigen aus der destruktiven Abwertungsspirale aus.

Sie planen Wichtiges in den Phasen, in denen ihr Körper Energie gibt. Sie genießen den Rückzug und machen mehr Pausen — ohne schlechtes Gewissen.

Das ist der Anfang vom Ende der Selbstoptimierung. Und der Beginn wahrer Selbstverbindung.

Denn: Weiblichkeit ist eine Kraft.

AUTOR-BIO:

Martina Klouda-Lacina — mehr Ronja Räubertochter als Prinzessin. 

Als Frauenstärken-Coachin und traumasensible psychologische Beraterin begleite ich Frauen seit 2017 — in 1:1 Coaching, Seminaren und Online-Kursen — dabei, ihre facettenreiche Weiblichkeit wieder zu spüren, klare Entscheidungen zu treffen und den Weg zu gehen, der ihnen entspricht. Nicht sonst wem.

In der Arbeit mit mir fühlen Frauen wieder: Weiblichkeit ist eine Kraft.

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